Reiseinformationen, Politik und Geschichte.

 

Aktuelles in Kurzform:

 

 

Dezember 2018

Eine tolle Saison liegt hinter mir, es gab überhaupt keine Probleme was die Sicherheit im Land anbelangt und schon gar nicht in Gilgit-Baltistan. Die alternative Route zwischen Gilgit und Islamabad über den Babusar-Pass hat sich etabliert. Das Kaghan-Tal ist sehr interessant und die Fahrt verkürzt sich um mehr als 3 Stunden.

Die Straße nach Skardu wird komplett erneuert, dadurch gab es Probleme da man bei Sprengungen oft stundenlang warten musste. Ich hoffe in 2019 wird das wieder besser werden.

Meine Vorträge in den vergangenen 6 Wochen waren gut besucht und das Interesse an Trekking im Karakorum nimmt anscheinend wieder zu. Es hat mit wieder viel Freude gemacht. Ich wünsche allen ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Bis bald und bohat... bohat shukria :)

 

 

März 2018

Aktuell gibt es keinerlei Probleme in Nordpakistan. Der Karakorum-Highway ist durchgehend befahrbar. Ab Mitte Mai wird der Babusar-Pass geöffnet. Eine neue Autobahn von Islamabad nach Mansehra ist gebaut worden. Dadurch erreicht man Chilas von Rawalpindi kommend in gut 7 Stunden, was erheblich kürzer ist als die Route entlang des Industales über den Karakorum-Highway. Ausserdem ist die Straße über den Babusar landschaftlich interessant und abwechslungsreich.

Seit Februar kann man das sogenannte Briefing für "restricted-areas", wie beispielsweise der Baltoro, in Skardu erledigen, was logistisch von großem Vorteil sein kann, da man nicht mehr in Islamabad vorstellig werden muss.

In Gilgit-Baltistan herrscht große Aufbruchsstimmung. Nach Jahren touristischer Flaute erwarten alle eine Steigerung der Touristenzahlen. Ob der internationale Tourismus dann auch tatsächlich wieder anzieht, muss man abwarten. Persönlich bin ich eher skeptisch, zu tief sind die Vorurteile in Europa was Pakistan anbelangt. Man sieht und hört doch seit Jahren nur negative Schlagzeilen in der europäischen Presse, obwohl es doch objektiv betrachtet auch viel positives über Pakistan zu berichten gäbe.

Mit Sicherheit aber wird der einheimische Tourismus an Dynamik zunehmen. Schon 2017 wurden in der Hauptsaison die Unterkünfte in Karimabad/Hunza knapp, Hotels waren zum Teil komplett ausgebucht für mehrer Wochen. Einen "hotspot" wie beispielsweise die Märchenwiese am Nanga-Parbat, erreichten in der Hauptsaison täglich bis zu 600 Gäste. Das wird zu einer großen Herausforderung in der Zukunft, vor allem mit der damit einhergehenden Umweltproblematik in ganz Gilgit-Baltistan.

Die Mittelschicht in den Pakistanischen Großstädten expandiert gewaltig. Das Land hatte immerhin 2017 gemeinsam mit China im vergangenen Jahr das größte Wirtschaftswachstum in Asien. Das macht sich natürlich auch im Tourismus markant bemerkbar. Aktiv Freizeit gestalten ist die Devise: Jung und Alt brechen in scharen auf nach GB zum Wandern, Trekking, Mountainbiking und Bergsteigen oder aber einfach nur zum sightseeing. Dies ist absolut angesagt, besonders im Sommer, wenn Punjabi und Sindhi unter der Gluthitze stöhnen.

Überall entstehen nun Ausrüstungsläden für sämtliche Outdoorsportarten.Im Kaghantal kann man Rafting unternehmen. In Shimshal bieten die ersten ausgebildeten Bergführerinnen Touren an. Und nach dem eine pakistanische Frau auf dem Mount-Everest stand hat sich erstmals in diesem Jahr eine pakistanische Frauenexpedition einen Siebentausender vorgenommen. Frauen sind zum Teil alleine mit dem Bike oder Motorrad unterwegs auf dem Karakorum-Highway, das wäre vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen. Nicht mehr 2017 - modern, gebildet, aufgeschlossen und lebenslustig, das ist das neue Pakistan der jungen Generationen. Ich finde das großartig!!

 

 

April 2016

Anfang April war das Wetter in Gilgit-Baltistan extrem schlecht. Tagelange Regenfälle - ein deutliches Zeichen der Klimaveränderung - haben den Karakorum-Highway zwischen Besham und der chinesischen Grenze an über 200 Stellen durch Erdrutsche verschüttet. Mehr als 600 Soldaten der FWO (frontier work organisation) arbeiten ununterbrochen mit schweren Gerät um die Straße wieder herzustellen. Zwischen Gilgit und Passu ist es ihnen inzwischen gelungen. Zwischen Gilgit und Skardu wird noch gearbeitet, ebenfalls zwischen Dassu und Chilas.

Nach dem die Grundnahrungsmittel in Gilgit knapp wurden stellt die pakistanische Armee mit Helikopterversorgungsflügen die Versorgung sicher. Es gab viele Verletzte und auch Tote durch diese Naturkatastrophe die leider in unseren Medien wenig oder gar keine Beachtung fand.

Ansonsten ist die Sicherheitslage problemlos, was Trekking und Expeditionen in G.B. angeht. In Chilas gibt es inzwischen einen Stützpunkt der Armee, was für den Babusar-Pass in Punkto Sicherheit ein großer Vorteil ist. Skardu und Hunza sind für Touristen absolut sicher und es besteht kein Grund dort nicht seinen Urlaub zu verbringen. Der Attabad-See ist nur noch halb so tief und der Abfluss kontrolliert und niemand braucht Angst zu haben, dass der See ausbricht.

Ich denke bis spätestens Ende April ist der KKH wieder durchgehen befahrbar und die Versorgungslage hat sich wieder normalisiert.

 

Ein Highlite war sicher die erfolgreiche erste Winterbesteigung des Nanga-Parbat. Am 29. Februar um 15.37 Uhr erreichten Simone Moro, Ali Sadpara und Alex Txikon den Gipfel des 8126m hohen Gipfel des westlichsten Himalaya-Achttausenders. Gratulation :)

 

Für meine geplante Karakorumdurchquerung im Juni haben sich bisher 3 Teilnehmer gefunden - die Ausschreibung findet ihr unter Tourenangebote - ich würde mich freuen, wenn spontan noch jemand mitkommt. Diese Trekkingexpedition ist wirklich grandios und einzigartig und ich denke es ist mit Abstand die schönste Tour die man im Karakorum unternehmen kann.

 

 

Oktober 2015

Die Chinesen haben den Karakorum-Highway zwischen Attabad und Gulmit mittels zwei langen Tunnels und einer neuen Brücke wieder durchgehend befahrbar gemacht. Nach fast fünf Jahren ist Gojal mit Hunza wieder durch eine Straße verbunden und "upper Hunza" nicht mehr nur per Boot erreichbar. das ist vor allem für die Gojalis eine große Erleichterung. Nun können wieder ungehindert Waren von Norden in den Süden und umgekehrt transportiert werden. Der See bleibt aber weiterhin ein lohnendes Touristenziel.

 

 

 

 

 

 

 

Eine alte Geschichte: Der Kashmir Konflikt
 


 

Der Staat Jammu/Kashmir, dazu gehört auch Ladakh, war vor der Unabhängigkeit Indiens der größte Fürstenstaat Indiens. Am 16. März 1846 wurde der Hindu-Fürst Radja Gulab Singh in Srinagar zum Maharadscha ernannt, und damit zum neuen Herrscher über Kashmir. Die Briten halfen ihm dabei, denn Gulab Singh war ihnen devot ergeben. Doch damit war ein großer Konflikt vorprogrammiert, denn in Kashmir mit seiner Hauptstadt Srinagar, leben 80% der Bevölkerung nach dem muslimischen Glauben, der Rest besteht aus Hindus und Buddhisten. Nun kam durch die Unterstützung der Briten ein Hindufürst an die Macht, der ausschließlich die Interessen der zumeist reichen hinduistischen Kaste vertrat und dies mit einer despotischen Herrschaft zeigte. Millionen von Moslems fühlten sich mit der Zeit dadurch benachteiligt.
Die Engländer gründeten 1858 die indische Kronkolonie, und ein britischer Vizekönig und Generalgouverneur regierte für fast 100 Jahre Indien und Kashmir. Doch dann, in Folge des verheerenden Krieges gegen Hitlerdeutschland, konnten die Briten ihre Kronkolonie nicht mehr halten und um Mitternacht des 14.August 1947 wurde Indien unabhängig. Lord Mountbatten, der letzte Vizekönig und Generalgouverneur, legte jedoch zuvor fest, daß sich sämtliche Fürstenstaaten bis zum Unabhängigkeitstag entscheiden sollten: entweder für den neuen muslimischen Staat Pakistan oder für das hinduistisch orientierte Indien, denn mit der Auflösung British-Indiens sollten sich zwei unabhängige Staaten formieren, eine Teilung nach dem Prinzip der konfessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung. Den 600 Fürstenstaaten Indiens stand es frei, sich für Indien oder Pakistan zu entscheiden. Sie entschieden sich fast alle für die ein oder andere Seite bis zum Unabhängigkeitstag, nur drei kamen letztlich zu keinem Ergebnis: Junagadh, Hyderabad und Kashmir.

Wie schon erwähnt, die Bevölkerung Kashmirs ist zu 80% muslimisch orientiert. Der Name Kashmir ist außerdem Bestandteil der Idee des Staates Pakistan. Der Buchstabe „K“ im Namen Pakistan steht für Kashmir.


Der zuletzt regierende Maharadscha Hari Singh sah sich schon vor der Unabhängigkeit zunehmendem innerpolitischen Druck ausgesetzt, denn die Briten unterstützten ihn nicht mehr. Bereits im März 1947 waren Bestrebungen im Gange, Singh zu stürzen. Am 12.August 1947 verhandelte er ein Stillhalteabkommen mit den muslimischen Führern, was von Indien jedoch falsch interpretiert und darum nicht akzeptiert wurde. Am 14.August 1947 gründete sich Pakistan als unabhängiger Staat. Am 3.Oktober 1947 wurde Hari Singh auf einer Muslimkonferenz in Rawalpindi seines Amtes als Maharadscha von Kashmir enthoben. Am 22.Oktober 1947 marschierten pakistanische Elitetruppen in Muzaffarabad ein, um Kashmir zu befreien. Am 24.Oktober wurde in Rawalpindi eine Gegenregierung zu der des Maharadscha in Srinagar gegründet, die Regierung von Azad-Kashmir. Mujahedin marschierten von Rawalpindi aus in den „heiligen Krieg“. Als die muslimischen Truppen bereits 30 km vor Srinagar standen, floh Hari Singh nach Delhi und unterzeichnete am 26.Oktober 1947 noch schnell die Beitrittsurkunde zu Indien, selbstverständlich nur aus dem Grunde, um sich an der Macht zu halten. Sofort, nachdem diese Urkunde unterschrieben war, schickte der indische Ministerpräsident Nehru, selbst reicher Kashmiri hinduistischer Weltanschauung, seine Elitetruppen nach Srinagar und der erste pakistanisch-indische Krieg begann. Ende 1948 wurde, unter der Vermittlung des UN-Sicherheitsrates, der Verlauf der Waffenstillstandslinie  festgelegt, die bis heute die nördliche Grenze von Lahore bis hinauf zum Siachengletscher zwischen Indien und Pakistan markiert, und die seitdem von den Vereinten Nationen überwacht wird.


Kashmir ist bis heute der Zankapfel zwischen Indien und Pakistan, denn Indien beruft sich stur auf den Beitritt des Maharadschas Hari Singh und auf die formelle Annahme des Beitritts durch den Vizekönig Lord Mountbatten. Doch genaugenommen teilte dieser am 27.Oktober 1947 in einem Brief an die indische Regierung mit, daß der Beitritt nur dann Gültigkeit habe, wenn es zu einer Volksabstimmung (Plebiszit) käme. Bis heute verweigerte Indien vehement freie Wahlen, denn sie wissen genau, was dabei herauskommen würde. 1964 brach dann der zweite Krieg über Kashmir zwischen Indien und Pakistan aus, der diesmal nur 17 Tage dauerte, denn dann mußte Pakistan kapitulieren und eine demütigende Niederlage einstecken. 1966 verpflichteten sich dann beide Staaten auf einer Konferenz in Tashkent, in Zukunft das Kashmirproblem auf friedlichem Wege zu lösen. Doch schon am 12.Dezember 1971 ging es wieder los, der dritte pakistanisch-indische Krieg, diesmal war der Grund allerdings nicht Kashmir, sondern Ostpakistan (Bengalen). Wieder verlor Pakistan in nur 12 Tagen, diesmal aber fast die Hälfte seiner Armee. Ostpakistan wurde danach zu einem eigenen Staat, Bangladesch.

1974 wurde Azad-Kashmir von Präsident Bhutto offiziell als fünfte Provinz Pakistans bezeichnet. Ali Bhutto besiegelte damit endgültig die Teilung Kashmirs, zum Ärger vieler Pakistani, deren Verwandtschaft dort lebte. Darum wurde der Vorgang dann auch später wieder zurückgenommen, und Azad-Kashmir erhielt ebenso wie die Northern-Areas einen vorläufigen Sonderstatus und ist direkt der Zentralregierung in Islamabad unterstellt.
Im indischen Teil Kashmirs sind freie Wahlen bis heute gewaltsam verhindert worden, und die muslimische Bevölkerung fühlt sich durch politische Mißstände tief gedemütigt. Subventionen aus Delhi für Kashmir flossen in den ersten Jahren ausnahmslos in die Taschen reicher Hindus, die islamische Bevölkerung wurde politisch übergangen und fand kein Gehör für ihre Belange. Daraus resultierend formierte sich Wiederstand, die erste Organisation zur Befreiung Kashmirs gründete sich in den 70er Jahren in Srinagar. Die Fronten verhärteten sich immer mehr mit den Jahren und Indien fiel nichts besseres ein als massiv mit Truppen Kashmir zu besetzen und die Bevölkerung zu unterdrücken. Ausgangssperre, Hausdurchsuchungen, willkürliche Festnahmen, Standgerichte, Folter, Unterdrückung und Willkür der indischen Soldaten gegen die Zivilbevölkerung gehören leider im indischen Kashmir mittlerweile zum täglichen Leben, ein normales Leben ist im indischen Teil von Kashmir schon lange nicht mehr möglich.

Wohlgemerkt im indischen Teil Kashmirs. Im pakistanischen Teil in den Northern-Areas (Baltistan, Hunza, Gilgit, Chilas) gab es in den letzten 25 Jahren in denen ich dort jedes Jahr weilte, nie irgendwelche Probleme. Die Auseinandersetzungen finden ausnahmslos an der unmittelbaren Grenze zwischen Indien und Pakistan (Waffenstillstandslinie) statt.




Achtung:
"Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden
kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern".
So schreibt das Auswärtige Amt am Schluß in seinen Reisehinweisen zu den einzelnen Ländern.
Dies gilt selbstverständlich auch für meine Reiseinfos.

 
 
 

 

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