Reiseinformationen, Politik und Geschichte.

 

Aktuelles in Kurzform:

 

Juni 2021

Langsam öffnen sich für Touristen wieder die Tore in Pakistan. Anfang Juli werde ich endlich wieder nach Islamabad fliegen. Erforderlich ist für mich für den Flug ein PCR Test der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Für den Rückflug kann man den PCR test für ca. 20€ in Islamabad machen. Pakistan verlangt darüber hinaus, dass man eine sogenannte "Pass Track App" ausfüllt, in der man angeben muss wann man wo einreist, wo man hin möchte, welches Hotel, usw.. Dazu braucht man jedoch nicht zwingend ein Handy, die Angaben kann man auch im Internet zuhause über einen Rechner machen (https://passtrack.nitb.gov.pk).

Innlandsflüge kann man nur buchen, wenn man vollständig geimpft ist. Auch Hotels verlangen bei Buchungen eine vollständigen Impfung. Zum Nachweis dient der gelbe internationale Impfpass. Hier der Erlass vom 10. Juni:

https://storage.covid.gov.pk/new_guidelines/10June2021_20210610_Interim_Guidelines_for_Reopening_Tourism_during_COVID19_Pandemic_4003.pdf

 

In Gilgit-Baltistan sind schon sehr viele mit dem chinesichen Impfstoff zweimal geimpft worden, das wurde in den vergangenen zwei Monaten sehr gut organisiert.

Pakistan gilt als "Risikogebiet", d.h. für vollständig geimpfte besteht nach Rückkehr in Deutschland keine Quarantänepflicht.

 

Persönlich bin ich der Meinung, dass man ohne Impfschutz in diesem Sommer besser nicht nach Asien reisen sollte, das macht wenig Sinn.

Ich wünsche allen die nach Pakistan reisen eine gute Zeit.

 

März 2021

Gestern habe ich mir wieder die Fallzahlen in Gilgit-Baltistan angeschaut. Erstaunlich wenig Infektionen sind dort zu verzeichnen. Die Schulen sind landesweit wieder geöffnet und selbst Restaurants sind nicht nur draußen geöffnet. Hotels, Transporte, alles ist kein Problem. Ich weiss von mehreren Gruppen die im Januar und Februar in Pakistan zum Jagen und Bergsteigen problemlos unterwegs waren. Ein- und Ausreise waren kein Problem.

Das bedeutet momentan, ich habe die Hoffnung für die kommende Saison noch nicht aufgegeben. Zumal mir zu Ohren gekommen ist, dass die Reiseversicherer in bestimmten Bereichen Corona mit einschließen. Was immer das auch bedeutet, es wäre ein Schritt in die Richtung, dass man trotz Reisewarnung für bestimmte Länder dort trotzdem Versicherungsschutz hat.

Auch in Pakistan wird - Dank der Chinesen - fleißig geimpft. Wer geimpft ist wird es in jedem Fall leichter haben, mein Impftermin steht vor der Tür. In jedem Fall wird uns dieses Jahr bei Rückkehr von aussereuropäischen Ländern die Quarantäne erhalten bleiben, da müssen wir durch. Das ist okay, es sind nur ein paar Tage die man eben einkalkulieren muss. Also lasst uns die Hoffnung nicht aufgeben, wir werden Covid langsam in den Griff bekommen.

 

Juni 2020

Was meiner Meinung nach schon länger absehbar war ist nun Gewissheit. Wir musten am 12. Juni sämtliche Termine bis einschließlich August stornieren. Das ist um so bitterer, da wir bis auf wenige Termine mit Hauser Exkursionen und Top Mountain Tours ausgebucht waren. Nanga-Parbat, K-2 mit Gondokhoro-La und Hunza sightseeing, alles musste abgesagt werden.

Covid 19 Infektionen nehmen in Pakistan erschreckende Ausmaße an. Heute am 14. Juni waren es 90.000 aktiv infizierte und das ist nur die Spitze des Eisberges, denn wo und wer wird schon getestet. Gilgit Baltistan wurde vergangene Woche gelookt und Touristen für unerwünscht erklärt und das wird so lange bleiben bis die Infektionen zurück gehen. Der Premierminister Imran Khan hat vergangene Woche verkündet, das der Peak an Infektionen frühestens im August erreicht werde. Das bedeutet für verantwortungsbewußte internationale Touristen, dass eine Reise nach Pakistan unter diesen Umständen unmöglich ist, man würde nur die einheimische Bevölkerung über die Massen gefährden. Es gibt schion jetzt nicht genug Betten und Beamtmungsgeräte.

Nach dem das auswärtige Amt eine Reisewarnung für Länder ausserhalb Europas bis zum 31. August ausgesprochen hat, werden sowieso keine Veranstalter mehr Reisen nach Pakistan anbieten können, da keine Versicherung das Risiko abdeckt. Ausserdem würde das Risiko extrem groß wenn jemand in Pakistan erkrankt und dort in ein Krankenhaus muss und dann kein Rücktransport gewähleistet ist.

Das ist alles sehr traurig und trifft uns alle: Agenturen, Guides, Porter, Hotels und Restaurants und viele mehr. Das einzige was ein bisschen hilft ist die Umbuchung auf Termine im nächsten Jahr, das wäre zumindest eine Perspektive. Wir können nur hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder besser wird und sich die Lage auch international beruhigt.

 

März 2020

Was für ein Jahr. Obwohl wir bis Februar guter Dinge waren Dank steigender Buchungszahlen - immerhin sind schon vier Gruppen ausgebucht für den Juli und August zum K2, Hunza und zum Nanga-Parbat. Doch dann kam Corona und hat vorerst alles zum Erliegen gebracht. Auch in Pakistan ist zur Zeit verschärfte Ausgangssperre um das Virus einzudämmen. Es gibt schon viele infizierte, und ähnlich wie bei uns weiss keiner genau wie viele Menschen schon infiziert sind.

China hat großzügig Ärzte und Material nach Islamabad geschickt. Ob das reicht um 170 Mio. Menschen effektiv zu schützen wage ich zu bezweifeln. Ebenso glaube ich nicht, das in drei Monaten schon alles vorbei ist und Touristen wieder ganz normal nach Pakistan kommen können, das ist glaube ich sehr naiv, aber wir werden sehen.

Nach dem Nepal die Everest Saison komplett abgesagt glaube ich nicht, dass im Juni die Achttausendersaison in Pakistan beginnen kann. Wie auch immer, ich versuche Euch so gut es geht zu informieren.

 

September 2019

Die Saison geht langsam zu Ende, es war eine gute Saison. Es gab keine Probleme mit der Sicherheit in ganz Gilgit-Baltistan. Der KKH von Islamabad nach Gilgit oder Skardu ist sicher. Der Babusarpass ist von Mitte Juni bis Ende Oktober problemlos zu überqueren, wenn man mal von Staus durch den einheimischen Tourismus absieht. Auch das auswärtige Amt hat seine Reiseinfos zu Pakistan aktualisiert.

Mein Reiseführer ist nun in englischer Sprache in Pakistan erhältlich. Erst einmal nur im GANEMEDE Shop in der Haider Road in Rawalpindi.

 

März 2019

Mein neuer Reiseführer "Nordpakisten Land-Geschichte-Kultur" ist Anfang März erschienen (siehe unter http://beek-pakistan.de/reisefuehrer.html).

Dies ist nun die dritte aktualisierte Auflage und ich hoffe er wird wieder vielen helfen sich besser in Pakistan zurecht zu finden. Momentan arbeite ich noch an einer englischen Version, auf die besonders die vielen pakistanischen Trekking-Touristen sehnlichst warten.

Ja, allen Skeptikern zum Trotz, Gilgit-Baltistan befindet sich im Aufbruch und bereitet sich auf die kommende Saison vor. Es werden mehr Touristen erwartet als im vergangenen Jahr. Insbesondere der internationale Tourismus soll wieder mehr werden. Es gibt für viele Länder für die gibt es ein Visum bei der Einreise oder elektronische Visavergabe. Informationen dazu gibt es in den Visaabteilungen der Botschaften und auf deren Homepages.

Eine neue Tourismusabteilung wurde von der Regierung in Islamabad etabliert. Der neue Staatschef Imran Khan hat die Zeichen der Zeit erkannt und fördert den Tourismus nun auf allen Ebenen.

Die Sicherheit in Gilgit Baltistan und die Fahrt dorthin auf dem Landweg ist gewährleistet, trotz der momentan noch etwas angespannten Situation zwischen Indien und Pakistan. Leider gab es solche "Zwischenfälle" immer wieder in den vergangenen Jahrzehnten. Der aktuelle hat wohl auch mit den anstehenden Wahlen in Indien zu tun. Bei der möchte die regierende konservative Hindupartei unbedingt wieder die Mehrheit erhalten. Da kam dann dieser Anschlag gerade recht um von bestehenden Problemen abzulenken. Eins dürfte klar sein: Einen weiteren Krieg können sich Indien und Pakistan nicht leisten. Beide wissen sehr genau, dass sie dabei nur verlieren können. Darum sehe ich das ganze relativ entspannt. Ich bin sicher unter Imran Khan lässt sich die Spannung diplomatisch abbauen.

Die Lufträume über Pakistan sind seit dem 15. März wieder offen. Gilgit, Skardu und die internationalen Flughäfen werden wieder normal angeflogen.

An der Straße nach Skardu wird weiterhin gebaut und das bedeutet Verzögerungen bei der Reise. Am besten man fährt dort nur in der Nacht wenn die Bulldozer und Sprengungen ruhen.

 

Bis zum nächsten update :)

 

 

Dezember 2018

Eine tolle Saison liegt hinter mir, es gab überhaupt keine Probleme was die Sicherheit im Land anbelangt und schon gar nicht in Gilgit-Baltistan. Die alternative Route zwischen Gilgit und Islamabad über den Babusar-Pass hat sich etabliert. Das Kaghan-Tal ist sehr interessant und die Fahrt verkürzt sich um mehr als 3 Stunden.

Die Straße nach Skardu wird komplett erneuert, dadurch gab es Probleme da man bei Sprengungen oft stundenlang warten musste. Ich hoffe in 2019 wird das wieder besser werden.

Meine Vorträge in den vergangenen 6 Wochen waren gut besucht und das Interesse an Trekking im Karakorum nimmt anscheinend wieder zu. Es hat mit wieder viel Freude gemacht. Ich wünsche allen ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Bis bald und bohat... bohat shukria :)

 

 

März 2018

Aktuell gibt es keinerlei Probleme in Nordpakistan. Der Karakorum-Highway ist durchgehend befahrbar. Ab Mitte Mai wird der Babusar-Pass geöffnet. Eine neue Autobahn von Islamabad nach Mansehra ist gebaut worden. Dadurch erreicht man Chilas von Rawalpindi kommend in gut 7 Stunden, was erheblich kürzer ist als die Route entlang des Industales über den Karakorum-Highway. Ausserdem ist die Straße über den Babusar landschaftlich interessant und abwechslungsreich.

Seit Februar kann man das sogenannte Briefing für "restricted-areas", wie beispielsweise der Baltoro, in Skardu erledigen, was logistisch von großem Vorteil sein kann, da man nicht mehr in Islamabad vorstellig werden muss.

In Gilgit-Baltistan herrscht große Aufbruchsstimmung. Nach Jahren touristischer Flaute erwarten alle eine Steigerung der Touristenzahlen. Ob der internationale Tourismus dann auch tatsächlich wieder anzieht, muss man abwarten. Persönlich bin ich eher skeptisch, zu tief sind die Vorurteile in Europa was Pakistan anbelangt. Man sieht und hört doch seit Jahren nur negative Schlagzeilen in der europäischen Presse, obwohl es doch objektiv betrachtet auch viel positives über Pakistan zu berichten gäbe.

Mit Sicherheit aber wird der einheimische Tourismus an Dynamik zunehmen. Schon 2017 wurden in der Hauptsaison die Unterkünfte in Karimabad/Hunza knapp, Hotels waren zum Teil komplett ausgebucht für mehrer Wochen. Einen "hotspot" wie beispielsweise die Märchenwiese am Nanga-Parbat, erreichten in der Hauptsaison täglich bis zu 600 Gäste. Das wird zu einer großen Herausforderung in der Zukunft, vor allem mit der damit einhergehenden Umweltproblematik in ganz Gilgit-Baltistan.

Die Mittelschicht in den Pakistanischen Großstädten expandiert gewaltig. Das Land hatte immerhin 2017 gemeinsam mit China im vergangenen Jahr das größte Wirtschaftswachstum in Asien. Das macht sich natürlich auch im Tourismus markant bemerkbar. Aktiv Freizeit gestalten ist die Devise: Jung und Alt brechen in scharen auf nach GB zum Wandern, Trekking, Mountainbiking und Bergsteigen oder aber einfach nur zum sightseeing. Dies ist absolut angesagt, besonders im Sommer, wenn Punjabi und Sindhi unter der Gluthitze stöhnen.

Überall entstehen nun Ausrüstungsläden für sämtliche Outdoorsportarten.Im Kaghantal kann man Rafting unternehmen. In Shimshal bieten die ersten ausgebildeten Bergführerinnen Touren an. Und nach dem eine pakistanische Frau auf dem Mount-Everest stand hat sich erstmals in diesem Jahr eine pakistanische Frauenexpedition einen Siebentausender vorgenommen. Frauen sind zum Teil alleine mit dem Bike oder Motorrad unterwegs auf dem Karakorum-Highway, das wäre vor 10 Jahren noch undenkbar gewesen. Nicht mehr 2017 - modern, gebildet, aufgeschlossen und lebenslustig, das ist das neue Pakistan der jungen Generationen. Ich finde das großartig!!

 

Attabad-Lake

Die Chinesen haben den Karakorum-Highway zwischen Attabad und Gulmit mittels zwei langen Tunnels und einer neuen Brücke wieder durchgehend befahrbar gemacht. Nach fast fünf Jahren ist Gojal mit Hunza wieder durch eine Straße verbunden und "upper Hunza" nicht mehr nur per Boot erreichbar. das ist vor allem für die Gojalis eine große Erleichterung. Nun können wieder ungehindert Waren von Norden in den Süden und umgekehrt transportiert werden. Der See bleibt aber weiterhin ein lohnendes Touristenziel.

 

 

 

 

 

 

 

Eine alte Geschichte: Der Kashmir Konflikt
 


 

Der Staat Jammu/Kashmir, dazu gehört auch Ladakh, war vor der Unabhängigkeit Indiens der größte Fürstenstaat Indiens. Am 16. März 1846 wurde der Hindu-Fürst Radja Gulab Singh in Srinagar zum Maharadscha ernannt, und damit zum neuen Herrscher über Kashmir. Die Briten halfen ihm dabei, denn Gulab Singh war ihnen devot ergeben. Doch damit war ein großer Konflikt vorprogrammiert, denn in Kashmir mit seiner Hauptstadt Srinagar, leben 80% der Bevölkerung nach dem muslimischen Glauben, der Rest besteht aus Hindus und Buddhisten. Nun kam durch die Unterstützung der Briten ein Hindufürst an die Macht, der ausschließlich die Interessen der zumeist reichen hinduistischen Kaste vertrat und dies mit einer despotischen Herrschaft zeigte. Millionen von Moslems fühlten sich mit der Zeit dadurch benachteiligt.
Die Engländer gründeten 1858 die indische Kronkolonie, und ein britischer Vizekönig und Generalgouverneur regierte für fast 100 Jahre Indien und Kashmir. Doch dann, in Folge des verheerenden Krieges gegen Hitlerdeutschland, konnten die Briten ihre Kronkolonie nicht mehr halten und um Mitternacht des 14.August 1947 wurde Indien unabhängig. Lord Mountbatten, der letzte Vizekönig und Generalgouverneur, legte jedoch zuvor fest, daß sich sämtliche Fürstenstaaten bis zum Unabhängigkeitstag entscheiden sollten: entweder für den neuen muslimischen Staat Pakistan oder für das hinduistisch orientierte Indien, denn mit der Auflösung British-Indiens sollten sich zwei unabhängige Staaten formieren, eine Teilung nach dem Prinzip der konfessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung. Den 600 Fürstenstaaten Indiens stand es frei, sich für Indien oder Pakistan zu entscheiden. Sie entschieden sich fast alle für die ein oder andere Seite bis zum Unabhängigkeitstag, nur drei kamen letztlich zu keinem Ergebnis: Junagadh, Hyderabad und Kashmir.

Wie schon erwähnt, die Bevölkerung Kashmirs ist zu 80% muslimisch orientiert. Der Name Kashmir ist außerdem Bestandteil der Idee des Staates Pakistan. Der Buchstabe „K“ im Namen Pakistan steht für Kashmir.


Der zuletzt regierende Maharadscha Hari Singh sah sich schon vor der Unabhängigkeit zunehmendem innerpolitischen Druck ausgesetzt, denn die Briten unterstützten ihn nicht mehr. Bereits im März 1947 waren Bestrebungen im Gange, Singh zu stürzen. Am 12.August 1947 verhandelte er ein Stillhalteabkommen mit den muslimischen Führern, was von Indien jedoch falsch interpretiert und darum nicht akzeptiert wurde. Am 14.August 1947 gründete sich Pakistan als unabhängiger Staat. Am 3.Oktober 1947 wurde Hari Singh auf einer Muslimkonferenz in Rawalpindi seines Amtes als Maharadscha von Kashmir enthoben. Am 22.Oktober 1947 marschierten pakistanische Elitetruppen in Muzaffarabad ein, um Kashmir zu befreien. Am 24.Oktober wurde in Rawalpindi eine Gegenregierung zu der des Maharadscha in Srinagar gegründet, die Regierung von Azad-Kashmir. Mujahedin marschierten von Rawalpindi aus in den „heiligen Krieg“. Als die muslimischen Truppen bereits 30 km vor Srinagar standen, floh Hari Singh nach Delhi und unterzeichnete am 26.Oktober 1947 noch schnell die Beitrittsurkunde zu Indien, selbstverständlich nur aus dem Grunde, um sich an der Macht zu halten. Sofort, nachdem diese Urkunde unterschrieben war, schickte der indische Ministerpräsident Nehru, selbst reicher Kashmiri hinduistischer Weltanschauung, seine Elitetruppen nach Srinagar und der erste pakistanisch-indische Krieg begann. Ende 1948 wurde, unter der Vermittlung des UN-Sicherheitsrates, der Verlauf der Waffenstillstandslinie  festgelegt, die bis heute die nördliche Grenze von Lahore bis hinauf zum Siachengletscher zwischen Indien und Pakistan markiert, und die seitdem von den Vereinten Nationen überwacht wird.


Kashmir ist bis heute der Zankapfel zwischen Indien und Pakistan, denn Indien beruft sich stur auf den Beitritt des Maharadschas Hari Singh und auf die formelle Annahme des Beitritts durch den Vizekönig Lord Mountbatten. Doch genaugenommen teilte dieser am 27.Oktober 1947 in einem Brief an die indische Regierung mit, daß der Beitritt nur dann Gültigkeit habe, wenn es zu einer Volksabstimmung (Plebiszit) käme. Bis heute verweigerte Indien vehement freie Wahlen, denn sie wissen genau, was dabei herauskommen würde. 1964 brach dann der zweite Krieg über Kashmir zwischen Indien und Pakistan aus, der diesmal nur 17 Tage dauerte, denn dann mußte Pakistan kapitulieren und eine demütigende Niederlage einstecken. 1966 verpflichteten sich dann beide Staaten auf einer Konferenz in Tashkent, in Zukunft das Kashmirproblem auf friedlichem Wege zu lösen. Doch schon am 12.Dezember 1971 ging es wieder los, der dritte pakistanisch-indische Krieg, diesmal war der Grund allerdings nicht Kashmir, sondern Ostpakistan (Bengalen). Wieder verlor Pakistan in nur 12 Tagen, diesmal aber fast die Hälfte seiner Armee. Ostpakistan wurde danach zu einem eigenen Staat, Bangladesch.

1974 wurde Azad-Kashmir von Präsident Bhutto offiziell als fünfte Provinz Pakistans bezeichnet. Ali Bhutto besiegelte damit endgültig die Teilung Kashmirs, zum Ärger vieler Pakistani, deren Verwandtschaft dort lebte. Darum wurde der Vorgang dann auch später wieder zurückgenommen, und Azad-Kashmir erhielt ebenso wie die Northern-Areas einen vorläufigen Sonderstatus und ist direkt der Zentralregierung in Islamabad unterstellt.
Im indischen Teil Kashmirs sind freie Wahlen bis heute gewaltsam verhindert worden, und die muslimische Bevölkerung fühlt sich durch politische Mißstände tief gedemütigt. Subventionen aus Delhi für Kashmir flossen in den ersten Jahren ausnahmslos in die Taschen reicher Hindus, die islamische Bevölkerung wurde politisch übergangen und fand kein Gehör für ihre Belange. Daraus resultierend formierte sich Wiederstand, die erste Organisation zur Befreiung Kashmirs gründete sich in den 70er Jahren in Srinagar. Die Fronten verhärteten sich immer mehr mit den Jahren und Indien fiel nichts besseres ein als massiv mit Truppen Kashmir zu besetzen und die Bevölkerung zu unterdrücken. Ausgangssperre, Hausdurchsuchungen, willkürliche Festnahmen, Standgerichte, Folter, Unterdrückung und Willkür der indischen Soldaten gegen die Zivilbevölkerung gehören leider im indischen Kashmir mittlerweile zum täglichen Leben, ein normales Leben ist im indischen Teil von Kashmir schon lange nicht mehr möglich.

Wohlgemerkt im indischen Teil Kashmirs. Im pakistanischen Teil in den Northern-Areas (Baltistan, Hunza, Gilgit, Chilas) gab es in den letzten 25 Jahren in denen ich dort jedes Jahr weilte, nie irgendwelche Probleme. Die Auseinandersetzungen finden ausnahmslos an der unmittelbaren Grenze zwischen Indien und Pakistan (Waffenstillstandslinie) statt.




Achtung:
"Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden
kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern".
So schreibt das Auswärtige Amt am Schluß in seinen Reisehinweisen zu den einzelnen Ländern.
Dies gilt selbstverständlich auch für meine Reiseinfos.

 
 
 

 

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