Michael Beek wurde 1955 in Solingen geboren und machte mit 17 Jahren erste alpine Erfahrungen. Ungewöhnlich für einen "Flachländer" war die Berufung in den Hochgebirgszug eines Gebirgsjägerbataillons. Dort Ausbildung im klassischen Bergsteigen und in der Bergrettung. Neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie blieb in den folgenden Jahren immer genügend Zeit zu zahlreichen Kletterfahrten in die Alpen. Anfangs stand im Zeichen der Zeit das reine Felsklettern in den Ostalpen bis in den 6.Schwierigkeitsgrad im Vordergrund, danach jedoch wieder mehr und mehr die großen kombinierten Fels- und Eistouren der Westalpen. Bei den meisten Bergfahrten zählten nicht immer nur die extremsten Schwierigkeiten und Wände, die jeder schon gemacht haben muß. Bergsteigen als eine besondere Form von Naturerlebnis, bei dem handwerkliches Geschick und Fähigkeiten noch Raum für visuelle Eindrücke und für den "Augenblick" lassen. Klassisches Bergsteigen und Skibergsteigen waren dann auch die ideale Vorbereitung auf den Karakorum und Himalaja.

 

 

 

 

1981 Einladung nach Pakistan zur "Deutschen Nanga-Parbat-Expedition" an der Rupalflanke unter der Leitung des Münchner Arztes Prof.Dr.Dr. K.M.Herrligkoffer.

1983 Expeditionsleiter und Organisator der 1. Nordrheinwestfälischen Nanga-Parbat Expedition.

1984 Erste Trekkingführungen in Nordpakistan.

1985 Zahlreiche Trekkingführungen im Karakorum und Himalaja. Erstmals gelingt mit einer kleinen Gruppe die Umrundung des 8125 m hohen Nanga-Parbat Massivs über den 5377 m hohen Mazeano-Paß.

1986 Nur wenige Tage nachdem die Grenze zur Volksrepublik China über den 4690 m hohen Khunjerab-Paß geöffnet wurde, erfolgt eine Erkundungsfahrt nach Kashgar und in die Taklamakan.

1987   Führungen in Pakistan, danach erneut Reise über den Pamir hinunter in die Taklamakan nach Kashgar. Erkundungsfahrt im Herbst durch Südpakistan.

1988 Im Herbst große Tibetdurchquerung: Von Kashgar hinauf auf die tibetische Tschang-Tang Hochebene und zum heiligen Berg Kailas, dann weiter über den Transhimalaya nach Shigatse und Lhasa und hinunter nach Kathmandu/Nepal.

1989 Große Algeriendurchquerung.

1990 Neue Touren im Hunzaland, in Chitral und an der Grenze zum Wakhan.

1991 In Gilgit etabliert sich die Trekkingagentur "Himalaya-Nature-Tours", fortan ein wichtiger Anlaufpunkt für Touristen die Information, Ausrüstung oder Mountainbikes ausleihen möchten. In der "freien" Zeit, die Michael zwischen Bergführungen verbleibt, können dort Einzelreisende von ihm aus erster Hand Informationen zu Trekkingtouren und Expeditionen erfahren. Die erste organisierte Mountainbike-Tour über den Karakorum-Highway gelingt im Juli.

1992 Erste Erkundigungen mit dem Gleitschirm im Rupaltal. Dabei gelingt ein jahrelang gehegter Traum, ein Pionierflug entlang der Nanga-Parbat Südwand, die als die Höchste Fels- und Eiswand der Erde gilt.

1993 Im August gelingt zusammen mit Uiguren aus Xinjiang, eine Mountainbikegruppe über den Karakorum- Highway von Gilgit nach Kashgar/China zu dirigieren.

1995 Erste organisierte Gleitschirmtrekkingtour zum Nanga-Parbat und i ns Hunza-Tal.

1996 Im Juni erscheint der 483 Seiten umfassende Trekkingführer "PAKISTAN Land - Geschichte - Kultur". Ende Juli geht es nach Baltistan zum Baltoro- Gletscher und hinauf zum K-2 Basislager. Anschließend Führung einer 12-köpfige Gruppe mit 45 Trägern über den 5600 m hohen Gondokhoro- Paß ins Hushe-Tal. Die Trekkingtour wird fernsehtauglich produziert.

1997 Im Juli und August Führungen zum K-2 und über den 5600 m hohen Gondokhoro-La. Im Herbst findet wieder eine Gleitschirmtrekkingreise mit 12 Teilnehmern zum Nanga-Parbat und nach Hunza statt.

1998 Erfolgreiche Prüfung zum staatlich anerkannten Gleitschirmfluglehrer.

2000 Im Juni Filmaufnahmen aus dem Hubschrauber an der Nanga-Parbat Südseite für das Deutsche Fernsehen. Im Juli Trekking vom Shimshal-Tal zum Khunjerab-Paß. Im Oktober/November Gleitschirmtrekking an der Märchenwiese und in Hunza-Gojal.

2001 Im Juni geht es als Expeditionsleiter der Nanga-Parbat Rupalface-Expedition. Wie schon 1981 und 1983 ist die "Shellroute" an der Südwand des 8125 m hohen Berges das Ziel. Abbruch der Expedition im Juli wegen extremen Steinschlag zwischen Lager 1 und Lager 2. Im Oktober/November fällt das Gleitschirmtrekking am  Nanga und in Hunza leider kurzfristig durch das Krisengebiet Afghanistan aus.

2003 Nach dem die Saison 2002 leider ausfiel ging es ab Juni 2003 wieder aufwärts. 67 Expeditionen zahlten die Gipfelgebühr, fast so viele wie im Ja hre 2001. Die politische Situation im Norden Pakistans ist  absolut sicher. Himalaya-Nature-Tours betreute im Juli und August mehrere K-2 Gondokhoro-La Trecks und eine Chogolisa-Expedition. Eigenartigerweise blieben die Sightseeing-Touristen jedoch erneut Pakistan fern. Meine Himalaya-Tibet-Durchquerung von Kathmandu nach Islamabad im August und September war ein voller Erfolg, die Gruppe erreichte am 6. September als erste organisierte Reisegruppe überhaupt die Indusquelle (senge-kebab) nördlich des Kang-Rimpotsche (Kailas) Das 10 tägige Yak-Trekking durch eine weitgehen d unberührte Naturlandschaft, über insgesamt vier Pässe von denen einer die Höhe von 5780 m erreichte, forderte von der Gruppe zum Teil das letzte an Kraft und Ausdauer, wurde aber letztlich durch ein großartiges Ziel belohnt.

2004   Wieder Einmal eine komplette Sommersaison in Pakistan und zwischendurch Führung eines Trekking zum Concordiaplatz und über den Gondokhoro-La (das dritte Mal) hinunter nach Hushe, eine schöne Tour trotz zum Teil sehr schlechten Wetter.  

2005  Die Saison war gut, drei Touren über den Gondokhoro-La und mehrere Trecks in Hunza haben unseren Guides Arbeit und Einkommen gesichert. Im Herbst organisierte ich eine Gleitschirm-Trekkingtour zum Nanga-Parbat und nach Gojal in Hunza. Über diese Tour ist ein Artikel im "Gleitschirmmagazin" Heft 8/06 erschienen.  

2006  Im Juli erhalte ich vom Pakistanischen Tourismusministerium die Genehmigung zu einer Trekking- Expedition von Shimshal nach Askole: 26 Tage sind wir unterwegs. Erstmals nach Sir Francis Younghusband, der 1889 über das Braldutal Shimshal/Hunza erreichte, gelingt mir zusammen mit sechs Shimshali als erstem Europäer in umgekehrter Richtung die Durchquerung das Braldu- und Muztagh/Shaksgam Tales bis an die K-2 Nord- und Westflanke. Über den Sarpo-Lago Gletscher und den Moni- Pass erreichenwir schließlich den Baltorogletscher und damit Askole. In Zukunft wird diese Tour sicher zu den ganz großen Expeditions- Trekkingtouren gehören die man im Karakorum unternehmen kann.

2007 Ein ganz normales Jahr im Karakorum. Concordiatrekking, Nanga-Parbat und Hunza. In Pakistan stehen die Wahlen vor der Türe, die Zeichen stehen gut für ein neues frei gewähltes demokratisches Parlament. Meine Tour von Shimshal zum K-2 findet inzwischen international Beachtung, sogar ins Russische wurde der Tourverlauf übersetzt. Es gibt Berichte im "Alpin-Magazin", "Spiegel", "Land der Berge" und im Jahrbuch des DAV wird 2009 ein größerer Beitrag erscheinen.

2008 Im Juli führe ich 11 Teilnehmer für Hauser-Exkursionen um den Nanga-Parbat. Erstmals gehen wir über den Mazeano-, Zargialo-, Godgali- und Khusto-Pass von der Südseite-Rupal zur Märchenwiese an der Nordseite. Eine sehr schöne aber auch anstrengende Trekkingtour. Die Teilnehmer sind so begeistert, das ich mich entschließe diese Tour erneut in 2009 anzubieten.

2010 Im Juli und August fällt in Nordpakistan so viel Niederschlag wie sonst im ganzen Jahr. Flüsse treten über die Ufer und zerstören die ohnehin fragile Infrastruktur. Für mehrere Wochen ist der Karakorum-Highway unpassierbar. Zudem blockiert im Januar ein gewaltiger Erdsturz den Hunzariver bei Attabad. Im Juli zur Schneeschmelze ist der Fluß auf 25 km bis hinauf nach Passu angestaut, fast hundert Meter tief und hat mehrere Ortschaften und den KKH unter Wasser gesetzt. Gojal (Oberhunza) ist fortan nur noch mit Booten zu erreichen. In dieser Situation ist es nicht einfach mit einer Reisegruppe unterwegs zu sein. Wir stecken zuerst in Chilas fest, gehen dann 2 Tage zu Fuß über denn KKH bis zu einem Bus der uns nach Gilgit bringt. Überqueren in Gojal mit einem Boot den Stausee. Etwas verzögert, aber so gelangen wir schließlich nach Shimshal. Das Ziel ist über den Snow-Lake den Hispar-Gletscher zu erreichen und von dort hinunter nach Nagar zu trekken. Leider ist der Braldu-River unpassierbar und wir müssen zurück. Schade, aber die Natur setzt Grenzen die wir akzeptieren müssen.

2011 Der See und die Bootsfahrt gehören inzwischen zum festen Teil einer Trekkingreise nach Upper-Gojal. Gulmit und Passu sind nur noch mit dem Schiff zu erreichen. Kein Problem, es hat schon ewas wenn man über den See in Richtung Popdan Massiv gleitet. Ich führe im Juli/August eine kleine Gruppe über den Passu-Gletscher hinauf auf die Hochalm Patundas, einer der schönsten Aussichtspunkte für die hohen Berge des Karakorums. Im Dezember begleite ich den Filmemacher Stefan Erdmann nach Bhutan.

2012 Nach fünf Jahren intensivster Vorbereitung, gelingt mir die zweite Durchquerung des Karakorums. Mit acht Shimshaliträgern und zwei Freunden überquere ich im Juni den Braldu-Fluss in Upper-Shimshal. Über den 5480m hohen Lupke-La gelangen wir auf den SimGang Gletscher und zum legendären Snow-Lake. Den Biafo-Gletschers geht es dann hinunter nach Askole. Dies war nach 2006 meine zweite erfolgreiche Nord- Südüberschreitung des Karakorumgebirges auf unbekannten Wegen. Diesmal auf den Spuren des "Karakorum-Entdeckers" Eric Shipton.

2013 Im Juli gehe ich mit einer kleinen Gruppe von Askole über den Biafogletscher zum Snowlake und über den Hispar-la und Hispargletscher nach Karimabad in Hunza. Eine wunderschöne Tour. Sie bietet alles: Gletscher, traumhaft schön gelegene Camps, viele Blumen und den Snow-Lake als absolutes Highlite. Nur 10 Tage später führte ich dann noch eine Hauser-Gruppe von Askole zum Concordiaplatz und K-2 Basecamp. Obwohl ich schon einige Male diese Tour geführt habe waren die Eindrücke wieder überwältigend, auch wenn der Gondokhoro-La gesperrt war und wir über den Baltorogletscher zurück nach Askole mussten. Gerade der Rückweg gewährte wunderbare Perspektiven auf den Muztagh, die Trangos, den Broad-Peak, Gasherbrum 4 und auf den Gasherbrum 2, vieles hatte ich so vorher noch nicht gesehen.

2014  Eine kleine aber feine Saison. Auch in diesem Jahr gehe ich mit einer Gruppe über den Biafogletscher zum Snow-Lake. Bei traumhaft schönem Wetter überqueren wir den Hisparpass und erreichen Anfang August Karimabad. Eine kleine Trekkinggruppe wird Anfang September eingeschneit auf dem Wege zum Concordia. Auch im Karakorum erleben wir nun die Auswirkungen der globalen Erwärmung.

2015  Im Juli und August gelang mir zusammen mit Alif aus Gulmit und Qudrat Ali Shah aus Shimshal ein wunderbarer Treck über die Hochalm der Shimshalbauern Shuwert und den ca. 5400m hohen Magata-Pass ins wilde Ordshol-Dor Tal und durch dieses hinunter auf den oberen Virjerab-Gletscher. Nach drei Tagen über diesen äußerst anspruchsvollen Gletscher gelangten wir schließlich zum Khurdopin-, Shundeg-, und Jazghil-Gletscher und wieder zurück nach Shimshal. Ein grandioser aber äußerst anspruchsvoller Treck in ein Gebiet das bisher nur wenig Menschen gesehen haben. Einzigartige Gipfel und Gletscher im unbekannten Teil des Karakorumgebirges war der Lohn der Anstrengungen. Einige Fotos dieser Tour könnt ihr auf meiner Facebookseite "Trekking in Pakistan" anschauen.

 

 




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